Sound Sculpture Installation

Eine Zusammenarbeit der Bildhauerschulen Bruno Gironcoli, Michelangelo Pistoletto, Institut für Gegenwartskunst & Lehrgang Computermusik und elektronische Medien der Musikhochschule
Auf der Akademie der bildenden Künste Bildhauerei Bruno Gironcoli

Die alte Frage, was ist Bildhauerei bzw. was ist unter diesem Begriff heute zu verstehen, hat sich die Künstlerin neu gestellt. Bildhauerei hat sich längst durch die Erweiterung der technischen Verfahren, - wie z.B. den Einsatz von Neuen Medien, Video, Fotographie – den Weg der traditionellen Künste verlassen. Dies lässt sich heute u.a. auch in der Arbeitssituation an der Akademie der Bildenden Künste/ Wien wieder finden. Die künstlerische Produktion findet zum größten Teil außerhalb der Atelierräume statt und die inhaltliche Auseinandersetzung verlagert sich weitreichend in außeruniversitäre Institutionen. Der Atelierraum als Ort der sozialen, interpersonellen und intersubjektiven Funktionen bzw. als ort der Kommunikation verschwindet nach und nach. Diese künstlerische Arbeit versucht, Arbeitsmethoden und Produktionsstrukturen erneut zusammen zu denken. So hat Viktoria Tremmel die acht Atelierräume in der Böcklinstraße jeweils mit einer Lautsprecher Box ausgestattet. Zu hören sind daraus Tonfragmente der traditionellen handwerklichen Bildhauerei wie Schleifen, Bohren, Sägen,... durch die Arbeitsvorgänge imitiert werden. Der Ausstellungsraum im oberen Stockwerk dient als Relaisstation (das gesamte Equipment ist darin platziert), von der aus alle weiteren Räume tonal bearbeitet werden. Die Verkabelung, die sich durch das ganze Haus zieht, funktioniert als Informationsträger, Vermittler und Ausstellungsführer zugleich.

Das Kunstwerk verschwindet hinter der Apparatur und wird gerade durch dieses Verfahren neu produziert, definiert und gleichzeitig ausgestellt. Durch die Kombination einer Geräuschkulisse der als traditionell geltende handwerklichen Bildhauerei mit der Apparatur moderner Technologien möchte die Künstlerin zeitgenössische Praktiken der Bildhauerei provokant thematisieren und mit der spezifischen Situation in den Atelierräumen der Akademie der Bildenden Künste in Beziehung setzten, was Anlass und Anstoß für eine weitererführende Diskussion sein soll.
Dietmar Schwärzler

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