PROBERAUM
2004, C-Print

„Die Schauspielführung ist eine Suche und ein Finden, sowohl in bildhauerischer Hinsicht nach der menschlichen Form als auch in moralischer und politischer Hinsicht nach der menschlichen Freiheit“. (Jean Luc Godard)

Als „Bühne“, auf der die brisanten Themen (Körper, Geschlecht Ethnie, Politik) unserer Gesellschaft aus- und vorgeführt und damit verhandelt werden, spielt das Theater heute auch in der bildenden Kunst eine immens wichtige Rolle. Beispiele dafür sind nicht nur zeitgenössische Installationspraktiken, Fotografien oder Tanzformen, sondern auch die unterschiedlichen theoretischen Gleichsetzungen von sozialer Existenz, Identität und Rollenspiel.
Das Interesse gilt deswegen auch weniger der perfekten Inszenierung, die zur Aufführung gelangt, oder dem dramatischen Geschehen, als vielmehr den performativen Strategien, mit denen die Schauspielerinnen arbeiten müssen, um „echt“ oder „unecht“, „real“ oder eben „irreal“ zu wirken.
Der „Proberaum“ ist dabei eine Art „Zwischenraum“, der zwischen der Realität draußen und der Irrealität im Theater vermittelt, in dem sich Fiktion, Inszenierung und Wirklichkeit treffen. Eine imaginäre Wand durchzieht den Raum und trennt zwei Felder voneinander. Die Fotografien sollen eine Art „Laborsituation“ schaffen, in der die Theatralik, performative Wirkung von den Menschen und Objekten beobachtet, aber auch diskutiert werden kann. (Christa Benzer)

Ziel:
Es geht mir um eine „Theatralisierung“, die auf die Konstruktion von Situationen abzielt, in die auch die Betrachterinnen involviert werden. Ich will, dass die Charaktere in den Fotos interagieren, aber ich bin nicht nur mit einer narrativ stringenten Erzählung befasst. Vielmehr möchte ich die Ausdrucksmittel theatralischer Emotionen erforschen und die Formbar- und Darstellbarkeit menschlicher Gefühle untersuchen. Fest halten möchte ich eine Art zeitgenössische Befindlichkeit, die eine Aussage über die Gesellschaft von heute vermittelt. (Viktoria Tremmel)

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