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Rosa Arbeit auf goldener Strasse

xhibit Gallery of the Academy of Fine Arts Vienna, 2012

 

Kuriert von Christiane Erharter und Dietmar Schwärzler

Busenständer mit hohlem Penisaufsatz, Objekt, 3-teilig, Karton, Polyester, Holz, Metall, Gips, Leder Gummi, 170 x 70 x 9 cm, 2011

Busenständer mit hohlem Penisaufsatz, Zeichnung, Mischtechnik auf Papier, 42 x 29 cm, 2011

Das Loch, Objekt, Gipstechnik, 22 x 10 x 14 cm, 2011

Nicht ins Loch schauen, Zeichnung, Bleistift auf Papier, 21 x 29.7 cm, 2011

Sich die Eier selber nähen, Objekt, Holz, Metall, 60 x 15 x 22 cm, 2010

Sich die Eier selber nähen, Buntstift auf Papier, 28.5 x 28 cm, 2010

In den Arbeiten von Viktoria Tremmel lassen sich immer wieder Züge der Camouflage ausmachen. Mit Hilfe des Mehrdeutigen
und des Oszillierens zwischen verschiedenen Zeichenbedeutungen entziehen sich die zur Diskussion gestellten Geschlechter-repräsentationen nicht nur einer eindeutigen Lesart, sondern die zu sehen gegebenen Körper und Körperfragmente, auch Körperapparaturen und -prothesen, sind das künstlerische Resultat einer unmittelbar eingeforderten Gestaltbarkeit. Körper werden hier nicht als naturgegeben markiert, sondern als im Werden begriffen, sie lassen sich formen und hinterfragen, modifizieren und ergänzen, verfremden und parodistisch übertreiben, kurzum: vor allem immer wieder neu phantasieren und imaginieren. Anschaulich wird dies vor allem in Arbeiten rund um Körperöffnungen und deren neuartigen Betrachtungsweisen,
wie zum Beispiel im Objekt mit dem Titel Das Loch und der dazugehörigen Bleistiftzeichnung Nicht ins Loch schauen. In der Arbeit Busenständer mit hohlem Penisaufsatz, die wiederum aus einem Objekt und einer Zeichnung besteht, wird eine Körperapparatur nutzend vorgeführt, deren eines Ende in eine Art Fernrohr übergeht. Das Innere dieses Apparates bleibt
ebenso im Verborgenen wie dasjenige Bild, das sich beim Hindurchschauen durch den röhrenförmigen, „hohlen“ Apparat möglicherweise einstellt: Imagination ist einmal mehr gefragt.

– Barbara Paul