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What Some Girls Do For Money

Kunstpavillon, Innsbruck, 2015

Ohne Titel (Rosa Säule), fine art print, 122 x 85 cm, 2015 

Ohne Titel , Objekt, Gips, Strümpfe, Holz, 44 x 25 x 19 cm, 2015

Ohne Titel (Halskrause), Collage, 43 x 59 cm, 2015 

Ohne Titel (Schatten)Collage, 42 x 58 cm, 2015

Ohne Titel ( Schwarzer Hut)Collage, 44 x 41 cm, 2015

Männerhilfe, Collage, 47 x 43 cm, 2010

 

Ohne Titel (Gitter Blau), Collage, 54 x 39,5 cm, 2015 

Ohne Titel  (Haarkopf), Collage, 49 x 50,5 cm, 2015

Ohne Titel (Männerbody), Collage, 75 x 54 cm, 2015

Ohne Titel  (Fell), Collage, 49 x 35 cm, 2015

'What Some Girls Do for Money' lotet die Tiefen zwischen medial produzierter Phantasie und Alltagsrealität aus, die im Titel suggeriert werden. Dabei dient der Titel als eine Art Slogan, der eine Vielfalt an Möglichkeiten und Deutungen zulässt. 

 

An der Oberfläche spielt 'What Some Girls Do for Money' auf die aufgesetzte Empörung diverser Boulevardzeitungen an, die voyeuristischen Phantasien erst so richtig Raum geben. Das Begehren nach Luxus, Eleganz und Wohlstand, das mit diesen Phantasien erweckt wird, korreliert dabei mit dem Begehren nach einem besseren Leben, das die 'Girls' möglicherweise antreibt. Der Wunsch nach Ausbruch aus vorgezeichneten Biographien, nach Überwindung von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen oder bestimmten Künstler(innen)klischees als auch die Hingabe an Hedonismus sind radikale Konzepte, die zwar als mediale Aufforderungen allgegenwärtig sind, aber keinesfalls ohne Widerstand zu verwirklichen sind. 

 

Der weitere, lapidare und pragmatische Aspekt, auf den der Titel verweist, ist die Ebene von konkreten Arbeitsbedingungen - 'She works hard for her money': (Drecks-)Arbeit, Routine, Plackerei, Jobben. Auch hier ist das Klischee – selbst wenn es oft im dokumentarischen Format übersetzt ist – eine Projektion.

 

Letztendlich ist auch die Referenz auf das eigene künstlerische Arbeiten im Kontext mit eingeschlossen. Einserseits als ironischer Kommentar zur eigenen Arbeitssituation, in der oft gejobbt' wird, um die künstlerische Arbeit zu ermöglichen, andererseits als Aspekt der paradoxen Ambivalenz von Kunst und Geld, Arbeit und Marktwert. 

 

Im Rahmen der Ausstellung werden verschiedene künstlerische Ansätze und Konzepte von sechs Künstlerinnen vorgestellt. Die oft sehr unterschiedlichen Herangehensweisen und Anknüpfungspunkte spannen dabei einen Bogen von der Analyse des künstlerischen Umfelds und dessen ökonomischen Strukturen, über Untersuchungen zur Macht der Medien und Bildern des Luxuriösen und Eleganten bis hin zu den Mechanismen der Skandalisierung und den Niederungen des Trash.

 

Die Bezüge zwischen den Arbeiten werden durch die spezielle Gestaltung der Ausstellung als installative, bühnenartige Situation gezielt forciert, um mögliche Verbindungen und Querverweise offen zu legen und eine Kontextualisierung in Bezug auf den Titel zu herzustellen.

Photos: West-Fotostudio